Über mich - So etwas wie eine Vita

Geboren in Mühlbach, kleiner Ort in Rheinland-Pfalz, Westrich (da wo die Leute so sprechen wie Heinz Becker, der aus dem Fernsehen, der immer an Weihnachten kommt)

Schule, Abitur in der nahen Kreisstadt Kusel (da wo Fritz Wunderlich geboren ist, der große Tenor, Sie wissen schon. Hoff ich doch.)

Studium (Literaturwissenschaft, Linguistik und Theaterwissenschaft) in München (da wo die ganzen Promis wohnen)

Jobs am Theater (Regieassistenzen, Statisterie, Bühnengedöns – Vorhänge ziehen, Wände schieben, Türen öffnen, sowas)

Studentenjob in der Verwaltung der Bundeswehrhochschule (Kennen Sie Stromberg? Das Ganze auf bairisch.)

Synchroncutterin geworden (Leuten auf die Münder schauen, Schauspielern sagen: ‚zu kurz, zu lang, da ist eine Pause’, den Ton zurechtschneiden, damit es so aussieht, als spräche George Clooney deutsch, und noch ein paar andere Sachen, aber das führt zu weit)

Familie gegründet, aufgehört auf Münder zu schauen, angefangen zu schreiben,

am schwarzen Loch in meiner Vita gebastelt, weitergeschrieben, veröffentlicht.

To be continued ...


Sonst noch was?

Nein, eigentlich nicht.

Oder was möchten Sie noch wissen? Was interessiert Sie? Wie ich so bin? Was ich gern mag, was ich nicht mag?

Tatsache ist: Ich hatte das alles aufgeschrieben. Meine ganzen Macken, meine Vorzüge, meine Schwächen, meine Ungereimtheiten, alles habe ich aufgelistet. Dinge, die ich gut finde und die ich verabscheue. Wer mich kennt, hätte beim Lesen unentwegt mit dem Kopf genickt, weil er mich eindeutig wiedererkannt hätte. Es war richtig gut. Es war authentisch. 

Aber dann hab ich alles wieder gelöscht. So rabiat, wie ich lösche, wenn ich irgendeinen Mist schreibe, auch wenn mir damit die Arbeit eines ganzen Tages verloren geht. 

Ich habe es gelöscht, weil: Wen interessiert das? Ist doch alles Quatsch. Ich langweile Sie nur mit vielen Adjektiven und damit, dass ich zum Beispiel ein gestörtes Verhältnis zu Weihnachten und schwarzen BMWs habe, und Sie kennen mich deswegen doch nicht besser.

Sie wollen nur eins wissen, ob Sie und ich kompatibel sind, Sie als Leser und ich als Autorin. Sie wollen wissen, wie ich schreibe und ob ich Sie im besten Fall unterhalten kann. Kann ich. Mit meinen Büchern, aber nicht mit Geschichten über mich. Also lassen wir das. 

Ein Bild von mir können Sie sich rechts und da oben und da unten machen. Drei Bilder, das muss reichen. 

Das Einzige, was für Sie eventuell noch von Interesse sein könnte, ist die Sache mit dem Schreiben, wie ich dazu gekommen bin und meine Haltung dazu. Falls das so ist, scrollen Sie gerne noch ein bisschen weiter runter.

Und wenn Sie mich doch näher kennenlernen wollen, schauen Sie sich auf dieser Webseite um, lesen Sie etwas von mir. Näher geht nicht. 

Viel Spaß dabei. 

Schreiben

Ich habe als Kind damit angefangen.

Meinen ersten 'Roman' habe ich mit elf oder zwölf geschrieben, ein Liebesroman auf etwa 40 Seiten Din A5 Blättern, kariert. In Krakelschrift ging es um die Liebe zwischen einer von ihrem Freund betrogenen Schülerin und ihrem Lehrer. Das Ganze spielte in einem Internat, ich war Hanni-und-Nanni-vorbelastet. Am Schluss das Wort 'Ende'. Ein happy Ende übrigens, aber egal. Wichtig war nur das Wort ENDE und das damit verbundene, mit nichts zu vergleichende Glücksgefühl. 

Ich wollte Schriftstellerin werden. 

 

Allerdings wird man das nicht. Es ist die brotloseste Kunst, die es gibt. Und ist auch noch anstrengend. Man muss viel schreiben, viel nachdenken, viel ... es ist anstrengend. Romane sind lang. Normalerweise länger als 40 Din A5 Seiten, das wusste ich sogar schon als Kind. 

Trotzdem wäre es schön gewesen, Schriftstellerin zu sein. Beruflich das zu tun, was ich am liebsten tat: träumen, spinnen, Geschichten erfinden, im Kopf verreisen, in andere Wirklichkeiten eintauchen, blahblahblah. Alles Quatsch, brotlose Kunst, wie gesagt. Leben ist teuer und ich bin ein bodenständiger Mensch. Teilweise.

 

Nach einigen bodenständigen Jahren, in denen das Schreiben nur in Zusammenhang mit Seminararbeiten eine Rolle spielte, was man unter kreativen Gesichtspunkten vernachlässigen kann, kam ich doch wieder auf den Trichter. Ich musste mir wohl erst ein wenig Selbstbewusstsein antrainieren, Lebenserfahrung sammeln und mir klar machen, was ich wirklich will und was ich immer schon wollte. Ich hätte natürlich auch sagen können: Na ja, das kann ich dann in meinem nächsten Leben machen. Aber ... genau: Das mit dem nächsten Leben ist eine sehr unsichere Sache. Sogar die nächsten Jahre sind eine unsichere Sache. Der nächste Tag ...

 

Wenn nicht jetzt, wann dann?!

 

'Jetzt' hat sich über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren hingezogen. Warum? Unter anderem, weil man üben muss, was man können will.

Ich hab geschrieben, verworfen, nach ein paar zig Seiten aufgehört, mich bei meinen eigenen Texten gelangweilt, nicht weiter gewusst, mich verfranzt, war frustriert, hab gezweifelt, nach Plan B gesucht, weitergemacht, gelernt, Erfahrungen gesammelt, Fehler erkannt, neue Romane angefangen, verworfen, gemerkt, woran es lag, wieder angefangen, es besser gemacht, neue Fehler gemacht, zu pingelig gewesen, zu früh aufgegeben, weitergemacht. 

 

Es hat gedauert, bis ich es gelernt hatte, bis ich wusste, was ich machen muss, bis ich darauf vertrauen konnte, dass ich schreiben kann. Bis ich mich vom Mythos der anklopfenden Muse und der Schreibblockenden gelöst hatte. Beides kann man getrost vergessen und unter 'Ausreden' verbuchen. Entweder man will schreiben und tut es oder man will nicht und tut es dann auch nicht. Ich wollte.

Aber es hat gedauert, bis ich es genießen konnte zu schreiben, unangestrengt und ohne Frust.  

 

Und dann habe ich irgendwann dieses Glücksgefühl wieder erlebt: Ich tippte das Wort ENDE unter meinen ersten Roman. Und von da an unter weitere.

Ich entschloss mich zu veröffentlichen. 

 

Jetzt ist 'jetzt'.