Coming soon ...

Ich bin manchmal erschreckt darüber, wie inkonsequent ich bin und wie rasant ich meine Meinung in manchen Dingen ändern kann – in Kleinigkeiten allerdings. Na ja, ich habe auch einmal angekündigt, ich würde mich nie wieder bei Gesichtsbuch anmelden oder Whatsapp benutzen. Und heute checke ich facebook täglich, freue mich über likes und finde whatsapp ziemlich nützlich.  Sind das Kleinigkeiten? Wie man’s nimmt. Bin ich nun rückgratlos oder einsichtig? (Bitte nicht antworten!)

Ich lebe jedenfalls  (manchmal) frei nach dem Motto: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? (Adenauer, immerhin).

 

Gestern zum Beispiel – oder vorgestern habe ich einer Bloggerin in einem Interview erklärt, ich würde niemals über geplante Projekte sprechen. Nie. Nie. Nie. (Was sind das für Menschen die zu einer alten Frau „Nie“ sagen? Die Ritter der Kokosnuss. – Ich muss das mit meinen plötzlichen Gedankenspüngen irgendwann mal abstellen.)

Und heute schreibe ich einen Blogartikel, in dem ich genau das beabsichtige zu tun.

Mein neues „Projekt“ (ich kann das Wort eigentlich nicht ausstehen): ein weiterer Liebesroman-der-kein-Liebesroman-ist-oder-vielleicht-doch-eigentlich-schon-Liebesroman. Alles klar?

Ich weiß den Titel (der nicht verhandelbar ist und in dem immerhin das Wort Liebe vorkommt, also ist das ein erstes Indiz), ich kenne die Protagonistin jetzt schon in- und auswendig, ich sehe sie vor mir, ich kenne ihren Namen – sie lebt. Man wird sie mögen und beschützen wollen, man wird über sie die Augen verdrehen und den Kopf schütteln, man wird ihr begeistert bei ihrer Entwicklung zusehen, sich mit ihr auf die Suche begeben nach ... jemandem, und am Schluss wird man mit ihr ... sagen wir, ich kenne den Schluss, die letzte Szene, das letzte Wort.

Man wird mehr als in allen anderen Romanen hoffen und mehr Herzklopfen haben, man wird aber auch mehr mitleiden.

 

Und warum schreibe ich das jetzt hier? Warum verkünde ich das laut und öffentlich, so dass es (theoretisch) jeder lesen kann. Damit ich mich selbst in Zugzwang versetze und das Buch auch wirklich schreibe? Damit es Zeugen gibt, die mir hinterher sagen könnten: „Ist wohl doch nicht draus geworden!“ Und denen ich dann sagen könnte: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“

Vielleicht sag ich das. Aber diese Geschichte hat eines mit allen drei Romanen, die ich bisher geschrieben habe, gemeinsam: Sie war plötzlich da, in meinem Kopf, so lebendig und präsent, dass ich sie nicht ignorieren kann und dass ich sie schreiben will, weil ich das Gefühl habe, es der Protagonistin schuldig zu sein. Ich weiß, worum es geht, ich weiß, was ich sagen will, ich weiß, wie es endet. Sie ist mir wichtig. Sie ist mehr als ein „Projekt“. Sie ist da. Und wenn ich es gut mache, wird es ein großartiger Roman.

Wenn ich es nicht vermassele ... Und wie immer, wenn mir etwas wichtig ist, habe ich Angst davor, genau das zu tun. Bin ich bescheuert, das nun auch noch anzukündigen?

In etwa zwei Monaten wissen wir mehr ...

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Kommentare: 2
  • #1

    Gelis (Mittwoch, 06 Januar 2016 13:08)

    Warum Du das hier schreibst?
    Vielleicht, damit ich mich auf ein weiteres Buch von Dir freuen kann... ;)
    Die Andeutungen reichen jedenfalls schön, dass ich es lesen mag.

  • #2

    Gelis (Mittwoch, 06 Januar 2016 13:10)

    ^^Na super, direkt ein Vertipper drin. Die Andeutungen reichen natürlich "schon".